Gedichtinterpretation mal anders:)

 

Ich ging im Walde so vor mich hin (Johann Wolfgang von Goethe)

 

Ich ging im Walde
So vor mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

 

Im Schatten sah ich
Ein Blümlein stehn,
Wie Sterne blinkend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
Da sagt' es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Mit allen Wurzeln
Hob ich es aus,
Und trugs zum Garten
Am hübschen Haus.

Ich pflanzt es wieder
Am kühlen Ort;
Nun zweigt und blüht es
Mir immer fort.

 

 

Ohne Wurzeln wird dein Partner "verwelken"!

 

Aus Sicht des Mannes ist die Blume in Goethes Gedicht eine hübsche Frau. Er will sie anfangs samt Wurzel mitnehmen. Aber ohne Wurzeln kann keine Pflanze blühen und sie würde verwelken. Für den Mann gilt es diesbezüglich eine Umgebung für die Frau zu erschaffen, wo sie sich wohl fühlen und weiter entwickeln kann. Sobald Paare das Gegenteil tun und sich einschränken und Kompromisse eingehen, ist eine Trennung "vorprogrammiert".  Eine Liebesbeziehung gestaltet sich dann als besonders schwer, wenn man in einer gemeinsamen Wohnung lebt. Denn vorher konnte man Kompromissen und Einschränkungen besser "aus den Weg gehen".

 

Lasst die Liebe nicht zu Fesseln werden!

 

Nach dem traditionellen Weg, ziehen die meisten Paare irgendwann zusammen und verlassen ihre Umgebung, wo sie sich vorher frei entfalten konnten. Sie wollen mehr Nähe und Verbundenheit, merken dabei aber nicht, dass sie sich gegenseitig "in Ketten legen". Viele erschaffen sich trotz unterschiedlicher Gewohnheiten, Verhaltensweisen und Erfahrungen ein gemeinsames Umfeld und merken dabei schnell, dass man sich eingeschränkt fühlt und nicht mehr "schalten und verwalten" kann wie früher. Anfangs wird dieses unwohle Gefühl noch als unproblematisch hingenommen. Spätestens wenn der Alltag einher geht und die "rosaroten Wolken abgeregnet sind", kommt es zu Streit und Stress innerhalb der Beziehung.

 

Sorge für ausreichend Licht und Wasser!

 

Generell soll deine Partnerin ihr Umfeld kennen (bzw. sich im Umfeld wieder erkennen) und sich wohl fühlen. Das gilt sowohl mit und ohne gemeinsame Wohnung. In einer fremden Umgebung ohne Bezug wird sie nicht "aufgehen" können, sondern wie eine Blume irgendwann verwelken. Es wird nichts mehr von ihr da sein, was sie früher so lebendig, aufregend und fröhlich gemacht hat. Es werden irgendwann Sätze folgen wie "Das ist nicht meine Wohnung" oder "ich erkenne mich nicht mehr wieder". Als Mann hast du lediglich die Aufgabe ihr einen angenehmen Raum zu erschaffen, wo deine Partnerin sich sicher und wohl fühlen kann und wo du lediglich zum "gießen" vorbei kommen musst und ihr somit Aufmerksamkeit, Nähe und die Bereitschaft für gemeinsame Aktivitäten zu geben hast. Das gilt andersrum natürlich auch für die Frau in der Beziehung. Zur Sicherheit hat jeder in der gemeinsamen Wohnung seinen eigenen Raum, wo er  trotz mehr Nähe und Verbundenheit immer noch "aufblühen" kann.