Warum es vollkommen logisch für mich ist, dass wir "Generation beziehungsunfähig" sind?

 

Ohne jemals das Buch "Generation beziehungsunfähig" gelesen zu haben, nenne ich euch ein paar Gründe, warum viele Menschen es heut zu Tage nicht schaffen eine stabile Beziehung zu führen und warum dies für mich auch vollkommen logisch ist.

 

 

Es gibt einen zentrale Grund warum wir Generation "beziehungsunfähig sind". Die wenigsten Menschen wurden über die Eltern, das soziale Umfeld, Medien, Politik etc. über das heutige (funktionierende) Beziehungsleben ausreichend genug aufgeklärt. Wir haben folgendes nie beigebracht bekommen?

 

1. Es gibt nicht nur ein Beziehungsmodell!

 

Wer sind die Personen, die uns zu aller erst etwas in Sachen Beziehung und Liebe vorleben? Das sind natürlich Mama und Papa. Hier übernehmen wir unsere ersten Konzepte und denken natürlich das man so leben muss wie einem die Eltern es vorgelebt haben. Die prägenden Bilder nehmen wir natürlich auch in unser späteres Liebesleben mit hinein. Das Schulwesen, Freunde, aber auch die Medien prägen unser Beziehungsbild natürlich auch weiter aus oder verfeinern es sogar.

 

Bloß wie sieht dieses Beziehungsbild denn überhaupt oft aus, welches uns von Geburt an (zum Teil) aufgedrängt wird: Beziehungen sind hier zu aller erst das wichtigste überhaupt im Leben eines Menschen. Wer keinen Partner hat, darf sich scheise fühlen und ist oft ein komischer Mensch. Viele Familien haben ein oder mehrere Kinder, ein eigenes Haus und generell hohe Erwartungen an den Partner. Streit und Stress innerhalb des Familienalltags wird als normal empfunden. Materielle Besitztümer sind oft auch nicht verkehrt. Ebenso will man den Schein des tolles Familienlebens in der Öffentlichkeit beibehalten um gut in der Öffentlichkeit dazustehen. Generell steht die Familie über allen. Freunde und Hobbys können hier ruhig vernachlässigt werden.

 

Dies ist um es kurz zu verschreiben ein aus meiner Sicht oft beschriebenes Gesellschaftsbild, was ich erlebe. Es gibt sicherlich genug Kinder, die ganz anders aufgewachsen sind. Es gibt Kinder, denen es richtig schlecht ging, andere Kinder hatten mehr Glück mit ihren Eltern. Fakt ist aus meiner Sicht jedoch: Welches Elternteil hat einen den mal ehrlich gesagt, dass man sich es genau überlegen soll wie man eine Beziehung angehen soll? Wurden wir über mehrere Beziehungsmodelle aufgeklärt? Oft wurde man in das beschriebene Beziehungsmodell (oder welches uns die Eltern vorgelebt haben) hinein gepresst und viele junge Menschen kennen in diesem Zusammenhang keine wirklichen Alternativen, da sie nie etwas anderes erzählt bekommen haben. Bloß nicht jede Person passt in dieses klassische Beziehungsmodell, welches aber der Großteil aller Menschen übernehmen sollen, wenn man dem Umfeld und den Medien glauben möchte. Deshalb überlegt euch gut, was für ein Typ ihr seit und ob zu euch Monogamie, Kinder und eigenes Haus überhaupt passen. Es sind Entscheidungen für das gesamte Leben!

 

2. Liebe ist kein Gefühl, sondern eine Tätigkeit!

 

Ich behaupte, dass Beziehungen wesentlich besser funktionieren würden, wenn die Menschen mal von ihrem "Disney-Thron" runter kommen und selbst überlegen wie der Begriff Liebe tatsächlich Sinn ergibt und welcher von Vorteil für mich oder für meinem Partner ist. Liebe hat nichts mit diesem "Hormonwahnsinn" am Anfang der Beziehung zu tun. Liebe ist auch kein Gefühl, sondern das Gefühl was ihr da habt, sind einfach nur Hormone. Liebe ist (wie bereits mehrfach betont in meinen Beiträgen) eine Tätigkeit zur Glückseligkeit eines Menschen ohne dafür etwas zurück zu verlangen. Wenn ihr diese Beschreibung öfters in der Praxis anwendet, habt ihr automatisch mehr Erfolg in der Beziehung.

 

Leider ist die Liebe in unserer Gesellschaft lediglich ein Gefühl. Das ist ja ganz nett, aber wirkt leer und bedeutungslos, wenn ihr euch nicht so verhaltet wie ein liebender Mensch. Liebe ist in diesem Zusammenhang noch oft mit zu hohen Erwartungen an den Partner und das Beziehungsleben generell verbunden. Beziehungen sollen ja bekanntlich glücklich machen. Jeder, der schon einmal mehrere Jahre in einer Beziehung gelebt hat, wird merken, dass dies nicht immer der Fall ist und sogar gegenteilig unglücklich machen kann.

 

3. Positive Persönlichkeitsentwicklung ist das beste für deine Beziehung!

 

Was tun viele Menschen, wenn etwas nicht so läuft im Leben: Die anderen haben schuld, ich kann ja nichts dafür. Wenn es in der Beziehung nicht so läuft, war es der Partner. Fakt ist jedoch, dass ihr alleine für eure negativen Gefühle verantwortlich seit. Wenn es in der Beziehung nun mal alles nicht so klappt wie erhofft, dann schaut doch an erster Stelle auf euch, was ihr für euch daran ändert könnt. Positive Persönlichkeitsentwicklung ist das beste für eure Beziehung. Es ist für viele immer noch schwer sich Schwächen einzugestehen und daran zu arbeiten. Aber es gibt doch nichts Schöneres im Leben als einen positiven Menschen in seinem näherem Umfeld zu haben oder?

 

4. Dein Partner hat nicht deine Erwartungen zu erfüllen!

 

Es ist, wie in meinem Beitrag bereits beschrieben, der Trennungsgrund Nr. 1. Mein Partner hat gewisse Erwartungen zu erfüllen, die er aber nie und nimmer erfüllen kann und noch wichtiger auch nicht zu erfüllen hat. Bitte schont eurer Partner mit überladenen Erwartungen, auch wenn ihr es von euerm Umfeld und den Medien so beigebracht gekommen habt. Klingt viel zu sehr nach Stress und weniger nach Freiheit.

 

Die Zeiten haben sich geändert!

 

Vor 30 bis 40 Jahren waren altmodische Beziehungsmodelle, dass die Frau zu Hause sich um die Kinder und den Haushalt kümmert und der Mann arbeiten geht, noch oft verbreitet. So entstand nicht selten auch eine finanzielle Abhängigkeit seitens der Frau. Viele Männer konnten sich noch so scheise verhalten. Ihre Ehefrau blieb diesbezüglich bei ihnen.

 

Heute haben sich diese Zeiten und auch diese altmodischen Beziehungsmodelle geändert, sodass sich die heutige Frau arbeiten geht, sich natürlich privat zur Wehr gegen den Mann setzt und nicht selten den "Ton in der Beziehung angibt". Gerade die Generation unser Eltern konnte uns auf diese Zeit nicht vorbereiten. Altmodische Beziehungen wie oben beschrieben gibt es kaum noch. Es ist heute alles viel komplizierter geworden im Beziehungsleben. Es gibt hunderte Richtungen und Meinungen und jede hat das Problem, dass er sein Beziehungsleben für sich erst einmal entdecken muss. Fakt ist also auch hier, gebt euren Eltern nicht die Schuld an eurem Beziehungschaos! Die wussten es auch nicht besser!